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Lehrfabrik Plan B(lech)

Ausgangslage

Die Ausbildung von gut qualifizierten Fachkräften ist eine wichtige Voraussetzung für die Produktion hochwertigster Produkte. Die Anforderungen in hochmodernen Industriezweigen steigen dabei immer weiter. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Ausbildung und Schulung auf demselben hohen Niveau stattfinden, wie sie in der Industrie als Standard festgesetzt sind. Dies gilt auch für die moderne Blechbearbeitung, die in der Komplexität der einzelnen Arbeitsschritte in den vergangenen Jahren immer höhere Anforderungen an Technik und Präzision stellt.

 

Lösungsansatz

In Zusammenarbeit mit zahlreichen blechverarbeitenden Unternehmen sind die Herausforderungen an Mensch und Maschine analysiert worden. Dadurch wurde deutlich, welche Anlagen in den Betrieben genutzt werden und welche Fehler insbesondere bei der Bedienung häufig vorkommen. Aus diesen Ergebnissen wurden Schulungsmodule für Auszubildende und Mitarbeiter abgeleitet. Gemeinsam mit Maschinenherstellern und Branchenvertretern wurden dann Pläne für die notwendige Ausstattung einer Lehrfabrik Blechverarbeitung entwickelt, sodass heute eine ganze Prozesskette für rund 80-100 Anwendungsunternehmen in der Region zur Verfügung steht.

 

Funktion der Lehrfabrik

Um ein differenziertes Lernen zu ermöglichen, werden für die verschiedenen Niveaustufen der Lernenden verschiedene Lernmodule entwickelt, die von Basiskenntnissen bis hin zum Expertenwissen miteinander kombinierbar sind. Somit kann zielgerichtet und individuell geschult werden.

Die Lernumgebung ist dem realen und modernen Industrieprozess nachempfunden. Indem die Teilnehmenden an realen Werkaufträgen arbeiten, lernen sie die Zusammenhänge einer modernen Produktion bestmöglich kennen. Damit erfolgt eine ideale Verzahnung von Theorie und Praxis. Gleichzeitig erkennt der Teilnehmer die über sein Arbeitsfeld hinausgehenden Anforderungen und Lösungen anderen Berufsgruppen kennen.

Anhand der Real-Aufträge wird die gesamte Kette von der Planung, Konstruktion über den Prototypenbau, von der 0-Serie bis hin zum fertigen Produkt durchgeführt. Die Teilnehmenden können dadurch wertvolle Erfahrungen im Bereich der Reflexion und des Qualitätsmanagements machen.

 

 

Die Lehrfabrik Blech

Training und Schulungen im Bereich Blech sind notwendig, da sich der technologische Standard der gesamten Prozesskette deutlich modernisiert hat und dadurch auch die Anforderungen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestiegen sind. Dadurch sind an verschiedenen Punkten auch Fehlerwahrscheinlichkeiten gestiegen, worunter letztendlich auch die Qualität der Produkte leiden kann. In der Lehrfabrik Blech werden die verschiedenen Stationen einer Prozesskette dargestellt, damit ein Einblick in die gesamte Produktion gegeben ist. Von der Lagerung des Ausgangsmaterials, über die einzelnen Produktionsschritte bis hin zur Auslieferung können die Schulungsteilnehmer alle Stationen selbst durchführen und damit auch potenzielle Fehlerquellen selbstständig erkennen. Der Umgang mit den Fehlern gehört, neben der korrekten Bedienung der Maschinen, zu den wichtigsten Lernzielen der Lehrfabrik. Die „Möglichkeit des Scheiterns“ zeigt den Schulungsteilnehmern einen richtigen Umgang Produktionsstörungen oder Minderqualitäten bei Produkten.

 

Beispiele für Fehler in der Blechproduktion

In der Analyse der Fehlerquellen sind u.a. folgende Punkte aufgetaucht, die durch speziell entwickelte Schulungsmodule für die Schulungsteilnehmer aufgearbeitet wurden.

(1) Schon vor Beginn der Produktion ist es notwendig Gut- und Schlechtteile zu unterscheiden, damit das Ergebnis den hohen Qualitätserwartungen entsprechen kann. (2) Durch Materialauswahl oder Düsenauswahl ist auch in der Stufe des Laserschneidens Verbesserungspotenzial. (4) Beim Stanzen gibt es Fehlerquellen, die sich aufgrund der Materialauswahl, der Gewindeformungen, der Abstandsberechnungen oder dem Zugverhalten negativ auf das Endprodukt auswirken. Gleiches gilt für Fehler im Bereich des (5) Abkantens, bei dem Lesefehler bei der Zeichnung, Einlegefehler oder Stempel und Matrizen falsch eingebaut wurden. Bei der Nutzung von Robotern (5b), die aufgrund fortschreitender Digitalisierung und Prozessoptimierung immer häufiger auch in KMU eingesetzt werden, kommt eine zusätzliche Herausforderung auf die Mitarbeiter zu, die im Rahmen der Lehrfabrik fundiert erlernt werden können. Eine falsche Markierung (6) oder Kommissionierung (7) führt jeweils zu Produktionsergebnissen, die am Markt keine Chance zum Verkauf haben und deshalb für den Hersteller immer Verlust bedeuten.

Um diese analysierten Fehlerquellen für die Unternehmen und Mitarbeiter offen zu legen, um sie dann in der Produktion zu vermeiden, wurden Grundlagen- und Aufbauschulungen entwickelt. So können je nach individuellem Bedarf die gesamte Prozesskette oder Teile daraus geschult werden. Das Besondere an diesem Trainingsablauf ist der Umfang des Angebots, da es immer wichtiger wird, dass die Mitarbeiter auch „rechts und links“ ihres eigenen Arbeitsbereiches einen Überblick über den Produktionsablauf erhalten. Dadurch wird die Qualität des Endprodukts gesteigert, Produktionsstillstände verringert und die Effizienz insgesamt erhöht.

 

Module

Für die Lehrfabrik werden gemeinsam mit Unternehmen der Branche und mit namhaften Branchenvertretern Module für die Schulung von Auszubildenden und Mitarbeiter/innen entwickelt. Diese können als Grundlagenschulung, als Aufbauschulung oder als Gesamtpaket genutzt werden. Die Module können bei Bedarf auch als Einzelschulung gebucht werden. Dadurch kann auf die individuellen Anforderungen der Teilnehmer und ihrer Unternehmen eingegangen werden. Darüber hinaus werden die klassischen Ausbildungsberufe aus dem Metallbereich und auch speziell für die blechverarbeitende Branche angeboten. Dadurch entsteht ein umfangreiches Angebot, um die Unternehmen und ihre Mitarbeiter für die Zukunft gut aufzustellen.

 

Mehrwert der Lehrfabrik

Neben den Schulungsmodulen speziell für die Maschinen- und Anlagen der Blechbranche werden in der Lehrfabrik begleitend auch Angebote im Bereich eLearning durchgeführt. Dadurch wird das vermittelte Wissen auch in der Theorie mit modernsten Methoden vermittelt. Kleine Lerngruppen ermöglichen es den Teilnehmern einen fundierten Einblick in die Prozesse zu erlangen. Durch Lernzielkontrollen am Ende jedes Moduls wird die Qualität der Schulung stetig verbessert, sodass ein erfolgreicher Abschluss ermöglicht werden kann.

Kooperationen mit Herstellern von Maschinen, sowie anderen Partnern aus der Branche tragen dazu bei, dass der Maschinenpark immer auf dem neuesten technischen Stand ist. Entwicklungen aus der Industrie können so zeitnah in den Schulungsbetrieb übernommen werden. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen der Branche, werden die Schulungs- und Trainingsangebote den Anforderungen der Branche entsprechend ständig aktualisiert und ergänzt.


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