BANG-Verein nutzt Werkstätten des Johann-Conrad-Schlaun-Berufkollegs in Warburg - Neue Westfälische -
Warburg (jf). 16 Auszubildende, davon zehn im ersten Lehrjahr, aus Scherfede, Westheim und Diemelstadt haben die Möglichkeit, im Trainingszentrum des Vereins BANG Warburg (Berufliches Ausbildungsnetzwerk im Gewerbebereich) in den Werkstätten des Johann-Conrad-Schlaun-Berufskollegs ihre Ausbildung zu forcieren.
Das im Februar diesen Jahres gegründete Netzwerk mit mittlerweile elf Mitgliedsunternehmen probiert in enger Abstimmung mit dem Johann-Conrad-Schlaun-Berufskolleg ein „public-private-partnership“. Ziel dieser Zusammenarbeit sei die Stärkung der Ausbildungslandschaft, wie sie schon mit dem BANG-Trainingszentrum in Hövelhof seit 2001 betrieben werde. Dort seien inzwischen zwölf ausbildende Unternehmen und vier Fördermitglieder beteiligt, die zum September 55 Azubis in das Trainingslager schickten.
Die kompletten Werkstätten der Warburger Berufsschule sind von dem gemeinnützigen Verein gemietet worden, um sie als Traininngszentrum zu nutzen. Aktuell ausgebildet werden die industriellen Metallberufsbilder Industriemechaniker, Zerspanungsmechaniker, Werkzeugmechaniker sowie der Mechatroniker. Am ersten August haben die Lehrlinge in ihren Betrieben mit der Ausbildung angefangen, „seit Montag, 23. August, bekommen die Azubis das nötige Rüstzeug, wie Grundtechniken bei der Metallbearbeitung aber auch Verhaltensregeln am Arbeitsplatz und Disziplin, in einer Grundausbildung im Trainingszentrum“, so der BANG- Ausbilder und Produktionsleiter Roland Roth. Während der Schulferien können die Werkstätten vollzeitig genutzt werden, ansonsten erst nach der Schule ab 13 Uhr. Bis Januar werden die Lehrlinge in dem Trainingszentrum geschult, dann werde ihre Ausbildung in den Betrieben fortgeführt, wo sie betriebsspezifisch ausgebildet werden. Zur Prüfungsvorbereitung folgen weitere Trainingsphasen.
Nach der Zwischenprüfung gehen die Auszubildenen für ein Jahr in ihre jeweiligen Betriebe und bereiten sich noch einmal intensiv im Trainingszentrum auf ihre Abschlußprüfung vor.
Achim Gerling, Projektkoordinator für BANG Lippe betonte: „Ganz praktisch zeigen wir, wie dem drohenden Fachkräftemangel vorgebeugt werden und die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden kann.“ Erleichtert werde die Arbeit durch die Zusammenarbeit mit den Ausbildungsberatern der IHKs Bielefeld, Arnsberg und Korbach.
Von dieser Lösung können alle profitieren. Die Azubis finden in den Räumlichkeiten eine gute Ausstattung vor, die Unternehmen müssen keine neuen Kapazitäten aufbauen – und die Wege zwischen Theorie und Praxis seien einfach viel kürzer. „Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft liegt uns generell am Herzen, und kürzere Wege kann man sich nicht mehr vorstellen“, betonte der Schulleiter des Berufskolleg Peter Bierwirth. Außerdem können so die sonst brachliegenden Kapazitäten der Schule besser genutzt werden, und von der finanziellen Entschädigung, die BANG an die Schule leistet, können Reparaturen oder Neuanschaffungen finanziert werden, wodurch der Schulträger ein Stück entlastet werde. Aber nicht nur die Azubis und die Schule profitieren von diesem Modell, sondern auch die Betriebe. „Gerade in kleinen und mittleren Betrieben ist die Ausbildung schwer, sowohl Maschinen als auch Ausbilder fehlen oder müssen von der laufenden Produktion abgezogen werden“, so Udo Jäkel, Vorsitzender des Vereins und Chef der Firma Jäkel Maschinenmesser in Diemelstadt.
Mit diesem Modell hätten Betriebe die Möglichkeit, Lehrlinge auszubilden und sie dann im Betrieb besser in die Produktion einzubinden. „Die Arbeitgeber investieren etwa 3.000 bis 4.000 Euro pro Azubi pro Jahr, demgegenüber fallen aber einige innerbetriebliche Ausbildungskosten weg“, so Jäkel weiter. Außerdem können die Kosten sinken, wenn weitere Firmen Mitglied bei BANG werden. BANG biete aber nicht nur das Trainingszentrum, sondern auch ein „Sorgenfrei“-Paket von der Bewerbervorauswahl, über einen unterstützenden Werkunterricht bis hin zu Infoveranstaltungen an Schulen und in Betrieben.
Interessierte Firmen können sich informieren bei Achim Gerling, Telefon (0 52 51) 77 600.