11. Girls Day: Mädchen versuchen sich in (vermeintlichen) Männerberufen
Halle (mg/eu/tk). Gestern schwärmten sie wieder aus: Viele Mädchen der achten Klassen beteiligten sich am 11. Girls-Day und nutzten die Gelegenheit, einmal in vermeintlich typische Männerberufehinein zu schnuppern.
![]() Jessicca Bartsch, Pia Husmann und Frederieke Lampe (von links) setzten gestern die Schutzbrille auf und arbeiteten an der Fräsmaschine. Im Ausbildungszentrum »Bang« arbeiten da sonst fast nur Männer dran. |
Hartes Handwerk oder Tiefbauplanung: Viele Leute denken da fast automatisch an »Männerjobs «. Die Mädchen der weiterführenden Schulen erlebten jedoch gestern, dass diese Tätigkeiten auch für Frauen sehr interessant sein können.
»Das macht uns allen sehr viel Spaß hier«, sagte Sophie Krause stellvertretend für die Mädels, die sich gestern im Ausbildungszentrum »Bang« in Halle im Metallhandwerk übten. Seit drei Jahren arbeitet die Firma in Halle mit zahlreichen Unternehmen gemeinsam an der Berufsbildung der Azubis. Ausbildungsleiter Frank Icke weiht dabei zur Zeit weiht er nur ein Mädchen in die Geheimnisse des Metallhandwerks ein.
Zum ersten mal nahm »Bang« nun am »Girls Day« teil. Die Schülerinnen vom Evangelischen Gymnasium Werther, dem Kreisgymnasium Halle, dem Max-Planck Gymnasium Bielefeld und dem Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock waren überrascht, wie interessant dieser Beruf ist. Sie kamen selbst richtig an die Arbeit. Ihre filigrane Aufgabe war es, sich aus einem kleinen Metallblock einen Würfel herzustellen.
In der Abteilung Tiefbau der Stadtverwaltung Halle beteiligte sich Lilith Beaujean mit viel Elan an der Planung eines neuen Spielplatzes. »Ursprünglich wollte ich etwas anderes machen. Aber nun bin ich sehr froh, dass sich diese Möglichkeit im Rathaus für mich ergeben hat«, erzählt die Schülerin des Kreisgymnasiums Halle.
Trotzdem: In nicht allzu ferner Zukunft möchte sie den Beruf der Hotelfachfrau erlernen. Also eher »typisch Mädchen«. Warum nicht doch eine Ausbildung im Planungsamt? Lillith Beaujean: »Es ist zwar sehr schön hier, aber ich kann mir nicht vorstellen, diesen Beruf auf Dauer auszuüben.« Sie hat einfach andere Interessen. Ohnehin waren sich alle Mädels einig: »Reine Männerberufe gibt's gar nicht.«
![]() Siehe da: In der vermeintlichen Männerdomäne »Tiefbauplanung« traf Lillith Beaujean (Foto) direkt auf eine Frau. Foto: Mert Gülmez |