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Erste Eindrücke: Schulabsolvent Salman Candan (l.) im Gespräch mit Frank Icke vom Ausbildungsnetzwerk Bang.Candan hofft, einen Grundstein für einen Ausbildungsvertrag legen zu können. FOTO: ANDREAS ZOBE


Kennenlernen im Minutentakt

 

Neues Angebot soll Ausbildungsinteressenten und Arbeitgeber zwanglos zusammenführen

 

¥ Bielefeld. Gedämpfte Stimmen klingen von den zehn Tischen, die Atmosphäre ist konzentriert, aber zwanglos entspannt: Das erste Speed-Dating (Schnell-Kennenlernen) zwischen künftigen Auszubildenden und Ausbildungsbetrieben hat Premiere in der Agentur für Arbeit. Blickkontakt, Fragen, Antworten, Einschätzungen undHändeschütteln, alle sieben Minuten läutet Antje Noack, TeamleiterinimArbeitgeberservice der Agentur, mit einer Glocke zur nächsten Runde.

Björn Kaiser, Leiter Personalmanagement und –entwicklung bei Euscher, ist zufrieden: „Das ist ein interessantes Format, jungeMenschenso kennenzulernen. Das ist sehr viel persönlicher als eine schriftliche Bewerbungund eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren.“ Er sucht noch Auszubildende als Werkzeugmechaniker.

Salman Candan (18), von der Hauptschule Oldentrup, hat sein erstes Gespräch mit Frank Icke vom Verein Bang aus Gütersloh hinter sich: „Es war sehr interessant und hat mir gut gefallen.“ Er interessiert sich für eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker „Die Gespräche laufen gut, die Jugendlichen sind gut vorbereitet und informiert, zeigen Flexibilität“, sagt Icke. Bang ist eine Abkürzung, die ausgeschrieben „Berufliches Ausbildungs-Netzwerk im Gewerbebereich“ heißt. Darin haben sich kleine und mittelständische Metall-Unternehmen mit dem Ziel zusammengeschlossen, den künftigen Fachkräftebedarf zu sichern.

Gestern waren die gewerblichtechnischen Berufe dran, vertreten durch die Firmen Möller Tech, Kobusch-Sengewald, Salzgitter Mannesmann Präzisrohr, Euscher Präzisions-Tiefziehtechnik, Boge Kompressoren, Maler Dirk Thienel, Elektro Pilger, Joachim Lippert Elektro, Kühne und Nagel sowie Rasch Metall. „Die Bewerber können an einem Tag bis zu zehn verschiedene Arbeitgeber kennenlernen, wo sonst gibt es das?“, sagt Noack.

„Beim Ausbildungsvertrag ist das wie bei einer Ehe, es prüfe, wer sich ewig bindet“, sagt Jobst Hilker, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit. Die macht das Angebot zusammen mit „Arbeitplus“ und der Rege. Man wolle nicht etwas anbieten, was grade in sei, sondern mit geeigneten Methoden auf beiden Seiten Interesse wecken, durchaus auch auf eine „etwas peppigere Art“. Andere Agenturen haben Speed-Dating nach seinen Worten schon länger im Programm: „Das kommt ausgezeichnet an.“ Ob die Ausbildungsinteressenten ihre Gesprächspartner von einem erneuten Treffen überzeugen konnten, erfuhren sie gleich im Anschluss. Am 28. Februar folgen kaufmännische Berufe.


Neue Westfälische

08. Februar 2011

Frank Bell