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Die besondere Form der Ausbildung

Bang e.V. ebnet spezialisierten Mittelständlern den Weg zum Nachwuchs

 


Bielefeld (WB). Für die Personalentwicklung in der Metall- und Elektroindustrie ist das Ausbildungsnetzwerk Bang e.V. ein Hauptgewinn, sagt Vorsitzender Dietrich Kramer. Dabei steht Bang seit 2001 für einen besonderen Ausbildungsverbund.

 

Seit 2007 gibt es Bang in Bielefeld. Der Unternehmerverein sorgt für fachgerechte Ausbildung und sichert damit langfristig den Fachkräftebedarf. Die Besonderheit: Der Verein vernetzt verschiedene Firmen mit dem zentralen Werkunterricht als Ergänzung zur Berufsschule und gibt auch kleinen Firmen mit kompliziertem Angebot, Nachwuchs auszubilden und fehlende eigene Kompetenz in einzelnen Themenfeldern außer Haus im Netzwerk einzuholen.


Bei Werthenbach-Hydraulik in Brake traf sich Dietrich Kramer gestern mit dem Bang-Geschäftsführer Dr. Markus Schäfer-Willenborg sowie Vertretern der Firmen Werthenbach und ST-Vitrinen. Beide nutzen das Bang-Angebot. Für ST-Geschäftsführer Stefan Krebs hat sich erst mit dem Netzwerk Bang überhaupt die Möglichkeit ergeben, selbst Fachkräfte auszubilden im Bereich der Industriemechaniker.


Der Blick auf die Alterspyramide in seinem 70-Mitarbeiter-Betrieb hatte laut Krebs alarmierende Auswirkungen: »Weil die Vielzahl der Mitarbeiter um die 50 ist, bekommen wir in 15 Jahren große Probleme mit Fachkräften. Die junge Generation um die 20 ist unterrepräsentiert.« Das Problem von ST-Vitrinen kennen auch andere Unternehmer: Für einen solchen Individualfertiger von vielfältigen Unikaten und mit speziellen Anforderungen an das Können der Mitarbeiter ist es unmöglich, entsprechend einem Berufsbild auszubilden. Krebs: »Was wir benötigen, ist als Berufsbild nirgends definiert.«


Ähnliche Erfahrungen hat bei Werthenbach auch Bereichsleiter Christian Heidemann gemacht. Für das Tätigkeitsfeld der Hydraulikmontage ist kein Berufsbild gefasst. Mit den Vorteilen von Bang, dem im Hause des BAJ untergebrachten Netzwerk, sind beide Mittelständler hochzufrieden, überlegen bereits, die Zahl der Auszubildenden auf andere Bereiche auszuweiten. Dietrich Kramer wertet Bang als wichtigen Baustein, um das einzigartige deutsche duale Ausbildungssystem nachhaltig auch dort zu sichern, wo einzelne Betriebe das nicht leisten können. Kramer: »Wir wollen die Werbetrommel rühren und weitere Interessenten und Mitstreiter gewinnen.«


26. März 2010

Westfalen-Blatt

Michael Diekmann