So sind Schüler startklar für den Beruf
Bund und Land fördern Projekt in Halle – Berufspraktika als Motivation in der Schule
A l t k r e i s H a l l e (pes). 145 Schülerinnen und Schüler aus Haupt-, Förder- und Gesamtschule können sich in Halle demnächst startklar machen für einen guten Schulabschluss und Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Hier können sie regelmäßig die Schultheorie durch Berufspraxis ergänzen – insgesamt rund 400 Stunden.
»Startklar« heißt auch das Bund-Länder-Programm für die praktische Berufsorientierung, die in Halle von den Kooperationspartnern Berufskolleg, Ausbildungsnetzwerk BANG und dem Ravensberger Jugendbildungshaus angeboten wird – natürlich auch für Schüler aus den Nachbarorten.
Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, und der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus überreichten gestern den ersten Bewilligungsbescheid dieser Art an Christian Wahl, der gemeinsam mit Udo Mescher Geschäftsführer des Jugendbildungshauses ist.
Insgesamt 69 600 Euro fließen in das Startklar-Projekt in Halle, davon stammen 43 500 Euro aus dem Etat des Bundesbildungs-Ministeriums. Damit soll nach Worten des Staatssekretärs zwei gravierenden Problemen begegnet werden. Zum einen gebe es viele Schüler, die nicht zum Abschluss kämen, zum anderen seien die beruflichen Perspektiven in den achten, neunten und zehnten Klassen oft noch völlig unklar. Das trage nicht zur Lernmotivation bei.
In den Werkstätten des Berufskollegs, im Ravensberger Jugendbildungshaus und bei BANG können die Schüler künftig testen, was ihnen liegt. Da ist beispielsweise in der ehemaligen Druckerei Vogler an der Kaiserstraße ein kleines Frisurenstudio eingerichtet worden, eine Werkstatt für Maler und die Werkstatt für Metallberufe. Die angesprochenen Schülerinnen oder Schüler können sich aber auch an Büroberufen oder auf dem Bau ausprobieren. Rachel schilderte, dass das bisherige Berufsorientierungsprogramm seines Ministeriums von Schülern und Ausbildern gleichermaßen gut angenommen worden sei. Beide seien super motiviert. »Und wer so einen Motivationsschub bekommen hat, hängt sich noch einmal richtig rein, um einen guten Schulabschluss zu schaffen. « Rachel weiter: »Bildung und Innovation sind die Quellen für Wettbewerbsfähigkeit« und müssten deshalb eine gesamtstaatliche Aufgabe sein.
Das im Bundesgebiet einzigartige »Startklar«-Programm wird finanziert vom Bund, vom Land Nordrhein-Westfalen und von der Agentur für Arbeit.
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Ulker, Serkan und Rehac (von links) probieren im neuen Haarstudio des Ravensberger Jugendbildungshauses ihr Talent als Friseure.
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Vor zahlreichen Gästen aus den beteiligten Schulen und Kommunen, von Kooperationspartnern und Geldgebern überreichten Staatssekretär Thomas Rachel (rechts) und der CDU-Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus (links) den Bewilligungsbescheid an Christian Wahl.
Fotos: Klaus-Peter Schillig