Migranten-Projekt findet Zuspruch
Ausschuss für Arbeit und Soziales nimmt Etat-Entwurf einstimmig an
S t e i n h a g e n (sg). Im Ausschuss für Arbeit und Soziales ist der Etat-Entwurf für 2010 einstimmig angenommen worden. Und einige Maßnahmen wurden sogar zusätzlich in den Haushalt eingebracht. Erfahrungsberichte in den Bereichen Migranten und Jugendausbildung standen ebenfalls am Montagabend auf der Tagesordnung.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hofft, ein vom Bund gefördertes Projekt für Migranten an der Schumannstraße 19, das nach drei Jahren zum Ende dieses Jahres ausläuft, mit Unterstützung der Gemeinde fortführen zu können. Einen Erfahrungsbericht über das Integrationsprojekt »Wissensvermittlung und Qualifizierung zur adäquaten Entwicklung von Selbsthilfemaßnahmen- und strukturen für Migranten und Migrantinnen« lieferte Frank Holle vom DRK-Kreisverband Gütersloh.
Ziele seien unter anderem gewesen, Migranten für bürgerschaftliches Engagement zu gewinnen und nachhaltige Strukturen zu schaffen. Dieses sei beispielsweise durch Bewohnerversammlungen und Schulungen gelungen. Darüber hinaus gebe es an der Schumannstraße 19 inzwischen zahlreiche Angebote auch von anderen Institutionen wie die VHS-Kinderbetreuung, Sprachkurse, Nachhilfeunterricht, integrative Kochgruppen, Bewerbungshilfen, diverse Sportangebote, Exkursionen und Sommerfeste.
»Wir möchten die derzeit bestehenden Angebote festigen und weitere möglich machen«, sagte Holle am Montagabend. Dafür seien der Erhalt der Räumlichkeiten, eine Koordinierungsstelle sowie Impulsgeber notwendig. Die Stundenzahl könne von 15 auf fünf Stunden reduziert werden. Abzüglich einer Eigenleistung des Deutschen Roten Kreuzes von 1000 Euro müsste die Gemeinde Steinhagen die Weiterführung mit etwa 8300 Euro bezuschussen. Es gäbe bereits Multiplikatoren, teilte Holle auf Anfrage von Udo Bolte (CDU) mit. Am Frauenfrühstück nähmen derzeit regelmäßig mehr als 20 Frauen teil, sagte die ehrenamtliche Mitarbeiterin Nurcan Kina, die der Sitzung beiwohnte. Heinz Keuper (CDU) hält es für gut und richtig, dieses Projekt fortzusetzen. Manfred Wulfmeier-Böhm (Grüne) erkundigte sich nach den ernproblemen, die es laut Holle derzeit nicht gebe. »Hier ist kein sozialer Brennpunkt, und das ist auch gut so.« Es gehe darum, weiter den Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. Im Einvernehmen nahmen die Fraktionen den Zuschuss in den Haushaltsplanentwurf auf.
Einen weiteren Bericht erhielten die Ausschussmitglieder von Hans-Peter Klausmeier, Mitarbeiter des Ausbildungsnetzwerkes BANG. Er informierte über die durchgeführten fünftägigen Schnupperkurse im Bereich der Metallverarbeitung für die achten und neunten Klassen der Haupt- und Realschule Steinhagen. Die Schüler hätten das Angebot, dieses weite Feld mit den verschiedenen Berufsbildern zu erkunden und selbst an den Maschinen arbeiten zu können, sehr gut angenommen. Etwa 60 Prozent hätten sich davon für ihre Berufswahl sogar stark beeinflusst gefühlt. Der Ausschuss einigte sich außerdem, einen Zuschuss für den Einbau einer Fluchttür am Treffpunkt Apfelstraße in den Haushalt aufzunehmen.
»Hier ist kein sozialer Brennpunkt. Und das ist auch gut so.«
Frank Holle (DRK)