Brandner (SPD) sieht Chancen für Firmen und Azubis
Halle (SKü). Der Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Klaus Brandner (SPD), hat die Arbeit des Haller Ausbildungszentrums Bang gewürdigt. Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise sieht Brandner in solchen Zentren eine wichtige Zusatzfunktion für heimische Unternehmen.
Brandner fühlt sich nach Gesprächen mit Ausbildern und Projektleitern des überbetrieblichen Ausbildungszentrums, das seit 2008 in einer ehemaligen Druckerei neben dem Rathaus untergebracht ist, in seiner Auffassung bestätigt, dass solche Einrichtungen eine wichtige gesamtgesellschaftliche Funktion haben. In der Haller Filiale des Bang-Vereins, der von heimischen Unternehmen getragen wird, werden derzeit 60 Auszubildene aus der Metallbranche überbetrieblich geschult. Im August kommen 30 Azubis hinzu.
Genutzt wird die Dienstleistung von Unternehmen aus der Metallbranche, die keine eigenen Ausbildungszentren haben. Viele dieser Firmen sind in der derzeitigen Krise von Kurzarbeit betroffen, die auch Auswirkungen auf die Azubis hat. Da sie die Azubi-Vergütung ohnehin weiterzahlen müssten, sieht Brandner in der Nutzung von Bang eine flexible Ergänzung, um Ausbildung sicherzustellen und zu verbessern. Brandner: »Solche Einrichtungen werden bleiben, auch wenn die Ausbildungszahlen später mal zurückgehen werden.«
Der Staatssekretär machte vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Wirtschaftskrise einige grundsätzliche Anmerkungen. Der Begriff des lebenslangen Lernens sei gerade im produzierenden Gewerbe noch nicht überall umgesetzt. Zugespitzt aber könne man formulieren, dass der Meisterbrief des Metzgers so vergänglich sei wie seine Wurst. Deutschland müsse in seiner Gesamtheit ein Produktionsstandort bleiben. Brandner: »Hier müssen weiterhin Werte geschaffen und nicht nur vertrieben werden. Das ist wichtig für den Wohlstand.«
Weil in diesem Sinne auch Metallberufe unterstützt werden sollen, kann Klaus Brandner heimischen Unternehmen eine Unterstützung von Bang nur empfehlen. Er selbst will sich dafür einsetzen, dass die finanziellen Mittel vom Bund für derartige Einrichtungen, mit denen beispielsweise die wichtigen Schnupperangebote für Schulabgänger finanziert werden, auch über 2010 hinaus verlängert werden. Wenn Bang nach solchen Schnupperaktionen Firmen bestimmte Jugendliche zur Ausbildung empfiehlt, hält Brandner das ebenso für eine wichtige Funktion.
![]() Besuch bei Bang: (von links) Anne Rodenbrock- Wesselmann, Azubi Kevin Schulze-Bockholt, Klaus Brandner, Ausbildungsleiter Frank Icke, Angelika Seidel (Koordination Schule und Unternehmen), Bang-Projektleiter Achim Gerling sowie die Azubis Ernst Wagner und Matthäus Tymann. |