Bordmittel gegen die Bremse
Neue Azubi-Kooperation: Spezialblechverarbeiter „Heko“ setzt aufs Netzwerk
Bad Salzuflen-Schötmar (tis). Eine überdurchschnittliche Ausbildungsquote peilt das Bad Salzufler Unternehmen „HEKO-Spezialblechverarbeitung“ an. Auf die 19 Mitarbeiter sollen ab August zwei Lehrlinge kommen und in dem Betrieb an der Daimlerstraße ihr Handwerk lernen.
Bislang hatten die Blechverarbeiter nicht selbst ausgebildet. Der Wirtschaftskrise zum Trotz sehen die Geschäftsführer Rainer Koch und Jürgen Heemeier den Zeitpunkt gekommen, dies zu ändern. Mit Hilfe des Ausbildungsnetzwerks „BANG Lippe“. Denn wie BANG-Vertreter Lars Konisch betont: „Ausbilden ist kostspielig und aufwändig. Dabei für den Lehrling alle Themenfelder abzudecken, ist eine komplexe Aufgabe.“
Vom allem in den Metall-Berufen sei ein großer Maschinenpark nötig, um das laut Ausbildungsordnung vorgeschriebene Wissen zu vermittelt. Für kleine Mittelständler sei das oft nicht zu schultern, unterstreicht Lars Konisch. Der angehende Industriemechaniker, den die Firma „HEKO“ ab August einstellen will – Bewerbungen sind noch möglich – wird daher etwa 120 Tage seiner dreieinhalbjährigen Ausbildung im „BANG“-Ausbildungszentrum bei der Firma Isringhausen in Lemgo verbringen. Auf diese Art der Kooperation mittels „BANG“ setzen seit August 2004 lippische Firmen. Platz ist für maximal 50 Azubis – etwas Luft für interessierte Betriebe ist dabei noch, unterstreicht Lars Konisch.
Der seit zehn Jahren existierende Blechverarbeiter „HEKO“ deutet mit dem Bekenntnis zum Nachwuchs im Kleinen an, was die aktuelle Rezession von den vorangegangenen unterscheiden könnte: Steigenden Arbeitslosenzahlen zum Trotz könnte sich der Ausbildungsmarkt als robust erweisen. „Wir würden gern einstellen, kriegen aber keine geeigneten Leute“, weist Geschäftsführer Jürgen Heemeier auf den Umstand hin, den Partner Rainer Koch knackig „Fachkräftemangel“ nennt. „Wir mussten daher bereits Aufträge ablehnen.“
Im vergangenen Jahr erzielte der Zulieferer etwa von Blechteilen für Wärmepumpen oder Vordächer 3,5 Millionen Euro Umsatz und verarbeitete 2000 Tonnen Blech. Mit mehr Fachkräften könnte es mehr sein, so Koch. So soll die Investition in den im Dreischichtbetrieb laufenden Maschinenpark von einer Million Euro vor einem Jahr nicht die letzte gewesen sein, stellen die Geschäftsführer in Aussicht.
![]() Azubis sind gefragt: Jürgen Heemeier und Rainer Koch, beide Geschäftsführer der „HEKO-Spezialblechverarbeitung“ in Bad Salzuflen, Mitarbeiter Viktor Kolva und Lars Konisch (von links) vom Ausbildungsnetzwerk „BANG“. Foto: SCHRÖDER |