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Es muss nicht immer Abitur sein


Realschule, Ausbildungsnetzwerk BANG, Baumeister GmbH und Lütgemeier GmbH vereinbaren Kooperation


Steinhagen (mut). Die Realschule Steinhagen hat zwei neue Kooperationspartner gefunden: die Unternehmen Baumeister und Lütgemeier an der Langen Straße wollen Schülern künftig Praktikumsplätze und Betriebsführungen anbieten. Gestern unterzeichneten Firmen und Schule den

Vertrag.

 

Erst im Februar hatte die Realschule den Kooperationsvertrag mit der Kindertagesstätte Regenbogen unterschrieben. Auch mit dem Matthias-Claudius-Haus und der Firma Timken bestehen Kooperationen. So etwas wird immer wichtige meint Schulleiter Klaus Bißmeier, denn vor allem über die direkten Einblicke in den Berufsalltag könne man die Schüler für eine Berufsausbildung mit allem was dazu gehört interessieren. „Kindergarten und Altenheim ist eher etwas für Mädchen“, sagt Realschullehrer Heinrich Lübbert. Dass man zudem die Firma Timken als Partner habe, sei sehr wichtig, so Lübbert, doch in Künsebeck ist deren Betrieb eben doch weit weg. Deshalb ist er besonders froh, dass nun gleich zwei Betriebe auf ihn zugegangen seien – noch dazu nur 600 Meter Fußweg entfernt.

Die beiden Metall verarbeitenden Betriebe Baumeister und Lütgemeier wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Deshalb wollen sie gern mitwirken, Interesse bei jungen Menschen für ihren Berufszweig zu wecken.

 

Ausbildung nur möglich im Verbund mit BANG

 

Beide Unternehmen – die Betriebsstätten liegen zudem in unmittelbarer Nachbarschaft – beschäften seit dem Sommer zwei beziehungsweise einen Auszubildenden. „Das geht aber auch nur in Kooperation mit dem Ausbildungsnetzwerk BANG“, sagt Jochen Hülsmann von der Firma Lütgemeier (Das Haller Kreisblatt berichtete bereits). Das gilt für beide Firmen. „Wir haben fast ein Dreivierteljahr nach einem qualifizierten Mitarbeiter gesucht“, sagt Reinhard Jakobs, „bis wir erkannt haben: wir müssen den Weg der Ausbildung wählen. So können wir die Leute, die zu uns passen sollen, selbst formen.“ Zwei angehende Konstruktionsmechaniker hat er bei Baumeister eingestellt. Ein Zerspannungsmechaniker-Lehrling ist bei Lütgemeier beschäftigt. Ausbildungspartner ist wie für 33 andere Firmen aus dem Kreis Gütersloh auch das Netzwerk BANG. Rund 100 Azubis werden dort derzeit betreut. „Dort bekommen unsere Lehrlinge die Metallgrundausbildung, Prüfungsvorbereitung, Werkunterricht und spezielle Intensivkurse – alles etwas, das wir hier nicht leisten können.“

 

Beide Geschäftsführer wollen ihre Firmen und Berufsbilder in Kürze in der Realschule vorstellen. „Denn wir wollen deutlich machen“, so Schulleiter Klaus Bißmeier, „dass nicht immer nur das Abitur Voraussetzung für einen erfolgreichen Werdegang sein muss. Es geht auch anders.“ Und damit meint Bißmeier beispielsweise den Handwerk. „Ich bin überzeugt, das ist für viele unserer Schüler der passendere Weg.“

 

Denn immer größer werde die Zahl der Schüler, die nach dem Abschluss nach Klasse 10 an einer anderen Schule weiterlernen. „Und gleichzeitig werden wir überschwemmt mit Angeboten aus dem Handwerk“, so Lübbert. „Dort sucht man händeringend nach geeigneten und ausbildungsfähigen Schülern.“ Klaus Bißmeier meint: „Das ist eine politische Fehlsteuerung.“



Partner: Klaus Bißmeier (hinten von links), Heinrich Lübbert und Hans-Peter Klausmeier passen auf, wie die Firmenchefs Reinhard Jakobs (vorn, links) und Jochen Hülsmann den Kooperationsvertrag unterschrieben.

Partner: Klaus Bißmeier (hinten von links), Heinrich Lübbert und Hans-Peter Klausmeier passen auf, wie die Firmenchefs Reinhard Jakobs (vorn, links) und Jochen Hülsmann den Kooperationsvertrag unterschrieben.


Quelle:

Haller Kreisblatt 

06. November 2008