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Firmen-Ausbildungsverbund „Bang“ in Hövelhof nach drei Jahren weiter im Aufwind


37 Jugendliche haben jetzt eine Perspektive


Hövelhof (WV). Trotz der wenig erfreulichen allgemeinen wirtschaftlichen Lage setzt Hartmut Rübbelke aus Hövelhof auf Zukunft. Der Geschäftsführer der Firma „L & R Montagetechnik“ mit 36 Mitarbeitern stellt in jedem Jahr einen Lehrling ein, obwohl sein Betrieb dies eigentlich nicht zulässt. Ermöglicht wird dies durch die Kooperation mit dem „Bang Ausbildungsnetzwerk“ in Hövelhof, das im dritten Jahr seines Bestehens eine erfolgreiche Bilanz mit derzeit 37 Lehrlingen vorlegen kann. „Das erfolgreichste Projekt im Kreis Paderborn“ bestätigt auch das Arbeitsamt.

 

„Ein Ausbilder für einen Lehrling pro Jahr ist finanziell nicht machbar“, so Rübbelke, der sich dem Netzwerk angeschlossen hat, um auch in Zukunft über gut qualifizierte Mitarbeiter zu verfügen. In „Bang“ haben sich zehn Hövelhofer Firmen zu einem Ausbildungsverbund zusammengeschlossen, um dort Perspektiven zu ermöglichen, wo normalerweise keine Ausbildung stattfinden würde. Inzwischen werden in allen drei Jahren Lehrlinge beispielsweise zum Industrie-, Werkzeug- oder Fertigungsmechaniker ausgebildet. Die Auszubildenden sind beim jeweiligen Betrieb angestellt, die praktische und theoretische Ausbildung findet in der Lehrwerkstatt des Netzwerkes statt, angesiedelt bei der ELHA Maschinenbau. Hier werden insgesamt etwa 1200 Unterrichtsstunden absolviert. Pro Jahr müssen die Betriebe für die Ausbildung ihres Nachwuchses etwa 4000 Euro zahlen, sparen sich hingegen die Kosten für einen Ausbilder. Für sie fällt nur die Ausbildungsvergütung an. Das Arbeitsamt Paderborn fördert die Maßnahme über fünf Jahre mit insgesamt 150 000 Euro. Stetig konnte „Bang“ in seiner noch jungen Geschichte die Zahl der Lehrlinge um ein Dutzend erhöhen, obwohl im Metallbereich im Kreis Paderborn im vergangenen Jahr mit einem Minus von 117 Stellen ausgebildet wurde.

 

„Doch wir wollen nicht nur noch mehr Betriebe mit ins Boot holen, sondern auch noch das Ausbildungsspektrum erweitern“, so Hermann-Josef Hüser und Markus Kamann vom Netzwerk. Möglich sei beispielsweise die Erweiterung durch die Ausbildung zum technischen Zeichner oder Mechatroniker. Die Teilnahme beschränke sich dabei nicht nur auf den Ort Hövelhof. Auch Betriebe aus dem angrenzenden Raum können sich beteiligen. Derzeit sind die Firmen LST, Reme Möbelbeschläge, Michels Werkzeugbau, L & R, Metec Metallverarbeitung, Tick Metall- und Kunststoffverarbeitung, Elha Maschinenbau, Gpdm, Pollmeier, Meier Werkzeugbau, Zeus, Wilsmann Maschinenbau, die Volks- und Raiffeisenbank und die Gemeinde Hövelhof an dem Netzwerk beteiligt. Weitere Informationen auch bei der Gesellschaft für Projektierungs- und Dienstleistungsmanagement unter Telefon 05251/7760 47.


Quelle:

Westfälisches Volksblatt

01. Mai 2003